Schule im Wandel der Zeit -die Dorfschule Ginderich

In der jüngeren Geschichte gehörte in jedes Dorf, neben der Kirche und der „Kneipe“, eine Schule. In unterschiedlichen Klassengrößen wurde unterrichtet. Die Nähe zum Wohnort war ein plus der Dorfschulen, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Auch die katholische Grundschule in Ginderich war ein Ort der „Geborgenheit“ und des „Wissens“.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das bekannte dreigliedrige Schulsystem eingeführt, Volksschule (später Grundschule), Haupt- und Realschule und Gymnasien. Seit 1930 gibt es schon eine Schule an dem jetzigen Standort in Ginderich. Die Schülerzahlen stiegen und der Ausbau der Schule erfolgte Anfang der 1960er-Jahre. Zu einer Realschule oder sogar Gymnasium ist sie aber nicht gewachsen. Die Schülerzahlen sind in den letzten Jahren rückläufig, sodass zum 01.08.2016 die Zusammenlegung zur Polderdorfschule Büderich-Ginderich erfolgte. Der Schulstandort Ginderich wurde aufgegeben und es wuchs eine große Schulgemeinschaft in der Schule in Büderich zusammen. Aufgrund der Umbauphase in Büderich war die offene Ganztagsschule noch nach Ginderich ausgelagert.

Nach Ende der Sommerferien 2017 wurde der Schulstandort Ginderich aufgegeben. Dies erahnend, haben sich Bürger aus Ginderich um die Folgenutzung der Grundschule bemüht und ein Konzept zur Nutzung erarbeitet. Das Konzept enthält drei Säulen: Kunst & Kultur, Sport & Gesundheit und Soziales & Mobilität. Viele Informationen und Wünsche der Bevölkerung wurden zusammengetragen und die einzelnen Säulen mit Inhalten gefüllt. Seit März 2017 gibt es den Verein Dorfschule Ginderich e. V., der Partner der Stadt Wesel ist und sich für die Umsetzung des Konzeptes einsetzt.

In Zusammenarbeit mit den Vereinen und Institutionen des Dorfes werden Angebote in allen Bereichen erarbeitet und durchgeführt. Die Möglichkeiten in den drei Gebäudekomplexen sind ideal und der Zulauf zu den ersten Angeboten ist, wie erwartet, groß. Alle Vereine und Organisationen nutzen die Räume, machen eigene Angebote oder nehmen an den angebotenen Veranstaltungen teil. Auch die Nachbargemeinden, Büderich, Menzelen, Birten, Xanten, Rheinberg und Alpen haben erkannt, was für eine Qualität in Ginderich angeboten wird und nehmen die Angebote an.

Wo früher nur Kinder in den Klassenräumen unterrichtet wurden, werden heute alle Altersgruppen angetroffen, die die verschiedensten Angebote annehmen. Das Reha- und Gesundheitssportangebot ist erarbeitet und ausgebaut worden. Neue Angebote kommen ständig dazu. Tanzgruppen haben sich angesiedelt, Theater wird gespielt, Versammlungen abgehalten, Zauberei geboten, Lesungen durchgeführt, Ausstellungen, Kochabende, Klönen und Treffpunkt zu Kaffee und Meinungsaustausch finden statt. Die Plattspräkers, Künstler, Fotografen, Gesangverein haben die Räumlichkeiten für sich entdeckt.

Hier macht der Bürger für den Bürger Programm. Die Räumlichkeiten sind ideal und werden von immer mehr Personen und Personengruppen genutzt.

Die „Gesundheitsförderung im Ländlichen Raum“ ist ein Schwerpunkt, der aufgrund des demografischen Wandels in die „Quartiersentwicklung“ einfließt. Neben der Mobilitätsförderung der Landbevölkerung spielt auch der soziale Aspekt eine wesentliche Rolle in der Grundversorgung.

Die Schule hat sich gewandelt und der Bürger hat es in der Hand, das Beste daraus zu machen. Er arbeitet mit und darf selbst bestimmen, was in der Schule passiert. Ein glücklicher Zustand, den wir alle nutzen können und sollten.

 Herbert Wesely im April 2018

 
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